Mit Effizienz, Cleverness und Traumtoren…

…bestrafen die Kölner Haie die Münchner Disziplinlosigkeit.

Mit den Worten: „Ich bin sauer!“, begann EHC-Coach Don Jackson sein Statement zur gerade kassierten 1:5 Schlappe in der mit 18068 Zuschauern voll besetzten Köln Arena. Wer jetzt geglaubt hat, Jackson beschwere sich in der Folge über die mit 8 zu 30 Strafminuten recht einseitige Regelauslegung von Bauer/Schukies, wurde enttäuscht. Die eigene Mannschaft machte ihn sauer, da sie „ohne Disziplin“ den „starken Kölner Haien“ den Sieg zu einfach ermöglicht hatte. Was auch bei den mitgereisten Fans die Freude über den 5:1-Sieg im Halbfinale 1 deutlich eintrübte.

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Vielleicht war die Brust nach 1: 0 in der Serie etwas zu stolz geschwellt,  auf jeden Fall waren die Münchner nicht komplett bereit für ein Playoffspiel um den Einzug ins Finale. So schlug es nach nicht einmal vier Minuten hinter David Leggio ein. Nach dem Johannes Salmonsson und Philip Gogulla in der linken Rundung zu wenig bedrängt kreisen durften, bediente Gogulla Patrick Hager. Der Topscorer der Playoffs versenkte den Puck mit einem sehr sehenswerten One-Timer im Münchner Tor. Dafür musste er nicht im Haus stehen, der gefährlichen Region vor dem Tor, aus dem laut EHC-Tatikvideo mehr als 93 % aller Treffer erzielt werden. Es war vergleichsweise einfach, weil die Münchner eine andere Vorgabe nicht einhielten. Man wolle es “dem Gegner möglichst unbequem machen”, bemerkte Matt McIlvane im Video, aber Salmonsson-Gogulla-Hager fühlten sich wohl eher wie im eigenem Wohnzimmer. Auch beim Latta-Treffer war die Defensivarbeit der Münchner fahrlässig. Goalie Gustaf Wesslau lies den Puck liegen, Alexander Sulzer fuhr unbedrängt mit erhobenem Kopf bis zur eigenen Blauen und spielte dann einen Traumpass auf Nick Latta an die gegnerische Blaue. Damit war die komplette Münchner Verteidigung ausgehebelt. Es war kein Abseits und als Eishockeyfan muss man den Linesmen für dieses Auge loben. Sehr gut gesehen! Sehenswert war auch der Move von Latta gegen Leggio zum 2:0 nach 6:04 Minuten im 1. Drittel.

Spielstand nach 6:04 Minuten

Den Gameplan konnte das Trainergespann somit schon früh verwerfen, zum einen weil ihn die Spieler bisher nicht umsetzen konnten, zum zweiten weil alles Selbstvertrauen jetzt bei den Haie lag. Da mussten die 18000 Zuschauer gar nicht mehr all zu viel Stimmung machen. Die üblichen Schmähgesänge gegen Red Bull, konterte der mitgereiste Anhang, indem einfach lauthals mitgesungen wurde. Was die Domstädter-Fans verstummen und etwas ratlos aussehen lies.

Hockey wurde natürlich auch noch gespielt – mit Fanbrille – hauptsächlich von München. Aber es wirkte ein wenig „wie mit dem Kopf durch die Wand“. Dabei tut man sich meist mehr weh als der Wand und so waren es wieder die Kölner die jubeln durften. Weil Ryan Jones – ähnlich wie zuvor Hager – zum One-Timer ansetze und den Puck in den rechten Winkel trieb. 3:0 zur 1. Pause aber noch Hoffnung auf Besserung.

Wären da nicht die Undiszipliniertheiten im Mittelabschnitt.  Die dem EHC knapp 24 Strafminuten einbrachten (inkl. Disziplinarstrafe gegen Matt Smaby) und den 4:0 Treffer von Hager in doppelter Überzahl. Ein Münchner Tor gab es auch noch. Der EHC-Topscrorer Steve Pinizzotto versenkte einen Schuss aus dem Haus in den Winkel. Das 1:4 machte auch den Kölner Anhang kurzfristig nervös. Man konnte Kleinkinder auf der Hautptribüne weinen und den Münchner Anhang im Oberrang jubeln hören. Allein die Spieler von Cory Clousten liesen sich nicht beeindrucken und spielten ihren Stiefel weiter runter.

Als dann Keith Aucoin, Mads Christensen und Michi Wolf im letzten Drittel aussichtsreich scheiterten, schwand die Hoffnung wieder. Spätestens als wieder  Ryan Jones einen Konzentrationsfehler im 2. Münchner Überzahlspiel des Abends ausnutze, um im Alleingang auf 5:1 zu stellen(49.), war „da Kas bissn“.

Köln kam, durch die frühen Tore etwas zu einfach, zum verdienten Serienausgleich und der 5:1 Heimsieg am Oberwiesenfeld ist damit nur noch halb so viel wert. Aber morgen geht es wieder aufs Münchner Eis und man wird sehen, wie sich beide Teams präsentieren, nach dem die “Kennenlernphase” vorbei sein sollte. Der Druck ist sicher beim EHC, da man das Heimrecht unbedingt behalten will. Aber wenn der „Blick fest auf den Pokal gerichtet ist“, wie Konrad Abeltshauser nach dem Viertelfinalsieg feststellte, wird man damit umgehen können.

Die Partie beginnt um 14:30 Uhr und es sei daran erinnert, dass das letzte Playoffheimspiel, am Sonntag vor 2 Wochen, eine Stunde vor Spielbeginn ausverkauft war. Für alle die es nicht in die Halle schaffen, wir sind mit Radio Oberwiesnfeld wieder pünktlich live on Air.

@redbullmuenchen Tweet zu VF3: Während dessen vor dem Stadion: Public Hearing von Radio @Oberwiesenfeld #ausverkauft
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