Manchmal steht der Kopf im Weg

Eine unnötige und auch ein wenig unglückliche Niederlage erlitt der EHC München zu Hause gegen die Hannover Scorpions, am 40. Spieltag der DEL. Nur ein Tor machte den Unterschied und wieder mal gingen die Münchner als Verlierer vom Eis. Dieses 0:1 war das erste Spiel ohne eigenen Punkt, nachdem man vier mal in Folge ins Penaltyschießen musste.

Doch warum unterlag der EHC den Gästen aus Niedersachsen. Zum einen muss man die mangelhafte Chancenverwertung erwähnen. Wer mit 39 Torschüssen keinen Treffer erzielt hat es gar nicht verdient zu gewinnen. Gerade im ersten Drittel war die Bilanz von 16:4 doch eindeutig und es gelang trotzdem kein Tor. Doch das sagt nicht alles aus. Wenn die Münchner im ersten Spielabschnitt in Führung gegangen wären, dann wäre das Spiel ganz anders verlaufen. Vielleicht wäre es zugunsten des EHC ausgegangen. Wir werden es nur nie erfahren. So reichte gestern eine Unaufmerksamkeit in der Verteidigung um das Spiel aus der Hand zu geben und umso weniger Fehler man sich in der Verteidigung erlauben kann umso schwerer wird diese.

Am Ende waren auch die Chancen ausschlaggebend die man gar nicht erst heraus gespielt hat, denn manchmal hat man das Gefühl, dass die Spieler zu lange brauchen um auf eine Spielsituation zu reagieren. Viel zu oft sieht man Spieler in einer hervorragenden Schussposition, aber weil diese dann zu lange warten, wird nichts aus einem Treffer. Das war bei Sören Sturm gegen Berlin der Fall. Er bekam den Puck und hätte nur direkt mal abziehen müssen. Doch er zögerte und gab Rob Zepp die Gelegenheit sich in eine gute Position zu begeben. Oder Jason Ulmer fiel schon öfters auf, als er ähnliche Gelegenheiten ausließ.

Gestern gab es zwei ungenutzte Möglichkeiten Großchancen zu erspielen, die auffällig waren. Da war einmal Martin Buchwieser. Er stand rechts neben dem Tor und hatte vor dem Gehäuse Klaus Kathan frei, doch statt ihn anzuspielen, passt er zu Kavanagh an der blauen Linie. Natürlich kann man so einen Schuss von der blauen vor dem Tor abfälschen. Aber wie oft treffen die Münchner Spieler Schläger und Beine ihrer Gegner? Hier wäre der Pass zu Kathan die bessere und aussichtsreichere Alternative gewesen.

Beim zweiten mal war Kathan links neben dem Tor und hatte auch einen Mitspieler vor dem Gehäuse von Dimitri Pätzold. Zwei Hannoveraner befanden sich vor ihrem Kasten und bewegten sich noch in die Richtung Kathans. Ein Pass an zwei Gegenspielern vorbei ist riskant, wobei das hier hätte belohnt werden können, während das Risiko eher gering war.

Es ist schon ungünstig wenn man seine Chancen nicht nutzt, aber noch ungünstiger ist es die benötigten Chancen nicht zu erspielen. Denn manchmal hat man das Gefühl, dass die Münchner Spieler unsicher sind, was sie im Spiel machen sollen. Gelegentlich hat es den Anschein, dass sie zu viel nachdenken anstatt einfach ihrem Instinkt zu vertrauen und zu spielen. Wobei man hier dann auch den großen Unterschied zu Stastny und Wheeler sieht. Die beiden haben einfach gespielt und nicht überlegt, denn auf dem Eis muss man sich entscheiden und nicht zögern. Wenn man sich entscheidet, kann man einen Fehler machen. Zögern ist der Fehler, denn dadurch zieht man es nicht richtig durch.

Es war klar, dass das Team um maximal Platz 10 spielen wird und über das Engagement des Teams kann man sich nicht beschweren. Sie kämpfen und haben gerade in den letzten Spielen Lukas Steinhauer großartig unterstützt, was seine klasse Leistung erst ermöglichte. Aber es ist manchmal ärgerlich zu sehen, dass es sich das Team manchmal selber schwer macht.

Natürlich können die Spieler die derzeitige Situation um die Zukunft des EHC nicht ganz ausblenden, denn sie müssen sich auch darum kümmern, nach der Saison nicht ohne Job da zu stehen. Aber das ist auch wieder ein Teil des Geschäfts und einige Spieler würden auch so in dieser Situation sein, welche doch motivierend sein sollte. Aber sowas kann auch behindernd sein.

Egal wie man es dreht und wendet, die gestrige Niederlage gegen Hannover hat beim Kampf um die Play-Offs nicht geholfen. Aber es bringt auch nichts jetzt aufzugeben. Es sind noch 12 Spiele und gerade einmal drei Punkte Rückstand auf den letzten Play-Off-Platz, auf dem gerade die Nürnberger stehen. Und so lange es noch rechnerisch machbar ist, sollte man es auch versuchen.

Den nächsten Versuch werden wir nicht aus den Augen lassen und übertragen live am morgigen Sonntag aus Düsseldorf, wenn der EHC gegen die DEG spielt. Vielleicht trifft auch hier der ein oder andere Münchner mit der Scheibe in das gegnerische Tor. Beginn der Übertragung ist um 16:15 Uhr.

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