“Derbysieger, Derbysieger, hey hey…”

Mit 5:2 (2:0,2:1,1:1) gewinnt der EHC München deutlich vor 5774 Zuschauern im frisch renovierten C-F-B (Curt-Frenzel-Betonbunker). So deutlich war der Spielverlauf nicht. Augsburg kam besser ins Spiel und schon nach 30 Sekunden zum ersten Powerplay. Früh zeigte der beste Spieler des Spiels, Jochen Reimer, dass er heute nicht so oft hinter sich greifen will. Daneben hatte Pierre Pagé seine Stürmer nach intensiven Training und Einzelgesprächen auch motivieren können, Defensivarbeit zu übernehmen.

 

Somit wurde diesmal erst nach fast 17 Minuten gejubelt und noch besser, der Torschrei kam aus Münchner Kehlen. Einen Schlagschuss von Jon DiSalvatore konnte Patrick Ehelechner nach einigen Verrenkungen noch mit Mühe von der Linie kratzen, gegen den Nachschuss von Alex Barta war er dann aber machtlos. Machtlos war er auch, als Patrick Seifert eine scharfe Hereingabe von Yannic Seidenberg ins eigene Gehäuse abfälschte und die gut 400 mitgereisten Münchner Anhänger nur 46 Sekunden nach dem ersten Treffer erneut jubeln lies. Mit zwei seltsamen Strafen gegen München endete der 1. Spielabschnitt denkbar ungünstig, aber auch über 60 Sekunden doppelte Überzahl bis ins Mitteldrittel, konnten die Gastgeber nicht zum Anschlusstreffer nutzen.

 

Stattdessen legte München nach. Sean O’Conner mit einem flachen aber harten Schlenzer in den Augsburger Torraum und wieder wurde der Puck abgefälscht. „Wir haben gut gespielt, lagen aber nach zwei Eigentoren 0:3 hinten“, beschrieb Larry Mitchell die erste Spielhälfte. Erst als mit Tim Bender der 9. Münchner Spieler auf die Sünderbank geschickt wurde, erzielten die Panther mit ihrem Überzahlspiel, „das von der ganzen Liga gelobt wird“, so Mitchell, ihren ersten Treffer. Die Münchner zeigten dabei bekannte Schwächen. Trotz Unterzahl waren zu viele Spieler in der Vorwärtsbewegung und den Konter schloss Rob Brown im Nachschuss mühelos ab. Im Anschluss gab dann auch der EHC noch eine Kostprobe seines Überzahlspiels ab. Das 4:1 war etwas für Eishockeyfeinschmecker. Über fünf Stationen wurde die Scheibe durchs Augsburger Drittel gejagt und landete nach einem Querpass von Barta direkt auf der Kelle von DiSalvatore.

 

Mit der drei-Tore Führung schmeckte der 2. Pausentee. Aber auch die Augsburger nahmen sich noch etwas für die letzten 20 Minuten vor. Weil München im 3. Drittel wieder alte Schwächen offenbarte, erzielten die Schwaben in der 46. Minute den Anschluss. In Überzahl brachte Brian Roloff die Scheibe vors Münchner Tor und Ryan Bayda schob den Abpraller mit der Rückhand über die Linie. Soviel Platz und Zeit darf man dem Gegner im Slot nicht lassen. Als dann in der 49. erneut die Disziplin verloren ging, hätte die Partie auch noch einmal kippen können. Verteidiger Grant Lewis hielt den Gegner weit im Augsburger Drittel fest und bei angezeigter Strafe agierte Matt Smaby ebenfalls viel zu ungestüm. 3-gegen-5, und das für zwei Minuten. Aber mit Kampfgeist und einem starken Daniel Bois am Bullypunkt überstand der EHC diese entscheidende Phase.

 

Statt der Augsburger Offensive gab es somit einen Nachschlag für Eishockeygourmets. Darren Haydar mit einem Sahnepass genau in den Lauf von Daniel Sparre. Dieser mischte einmal kräftig durch und legte die Scheibe anschliessend an Ehelechner vorbei. Das 5:2 im Derby war nach dem Geschmack von Page, der trotz des „so und so“-Spiels insgesamt zufrieden war. Wenn er auch keinen Zweifel daran lies, dass seine Mannschaft noch „weiter lernen“ müsse.

 

Den nächsten Lernfortschritt können wir am Sonntag im Duell mit den Krefeld Pinguinen begutachten. Alle die es nicht ins Stadion schaffen, sind herzlich eingeladen mit Radio Oberwiesenfeld live dabei zu sein. (stu)

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