Die zwei Gesichter der Red Bulls

Don Jackson bringt nach jedem Heimspiel einen kleinen Zettel mit zur Pressekonferenz: Drauf stehen einige Sätze, die der Chefcoach den Journalisten auf Deutsch diktieren darf. Nach dem 4:2-Sieg gegen die Adler Mannheim blickte der Trainer missmutig in die Runde, legte seinen Zettel beiseite und lobte „das vielleicht beste Spiel der Saison“. Die Körpersprache aber sagte: Ganz glücklich war der 61-Jährige nicht nach den beiden Spitzenspielen gegen Nürnberg und Mannheim.

Verloren die Münchner am Freitag noch unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung gegen Nürnberg, wollte der EHC am Sonntag nicht noch mehr Punkte gegen ein Spitzenteam liegen lassen. „Wir wussten, dass wir unser bestes Hockey spielen müssen, das haben wir auch getan“, sagte Jackson hinterher. Doch wieder zeigten die Red Bulls ihre beiden Gesichter: Glanz und Sorglosigkeit.

Nach der Führung von Kapitän Michael Wolf im ersten Drittel gegen die Adler, starteten die Münchner furios in den Mittalabschnitt. Erst traf Konrad Abeltshauser ins Tor, kurz darauf aber nur das Tor. Genauer: den Innenpfosten. Jerome Flaake, der sein 500. DEL-Spiel machte, verschoss einen Alleingang, ehe Brooks Macek auf 3:0 erhöhte. Schon alles gegessen? Von wegen: Mannheims schlug doppelt zurück, obwohl sie selten auf Augenhöhe mit München spielten. Erst in den letzten 20 Minuten machte Jason Jaffray mit dem 4:2 alles klar. Unnötig spannend hatten es die Münchner trotzdem gemacht.

Vom Freitag und der Niederlage gegen Nürnberg wollte nach dem Sieg gegen Mannheim keiner mehr sprechen. Florian Kettemer bei Telekom EIshockey: „Das sind immer heiße Spiele gegen Mannheim, aber wir haben alles dafür getan, dass wir heute die Punkte holen und immer stark dagegen gehalten. Das war dann der Schlüssel zum Sieg.

Zwei Spiele, vier Punkte – eine ordentliche Bilanz, die noch ausbaufähig ist. Am besten gleich am kommenden Wochenende gegen die Teams aus Straubing und Bremerhaven, die alles sind nur keine Spitzenteams. Nur wenn die Red Bulls gegen die Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel Punkte liegen lassen sollten, wird sich Jackson wieder auf seinen Zettel schreiben lassen, was er sagen muss. Wirklich Lust auf die zwei Gesichter der Red Bulls wird er auch dann nicht haben.

 

Foto: TWX (https://twx-photo.jimdo.com/)

 

 

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