München gewinnt erstes DEL-Playoff-Spiel

Drei Jahre nach dem ersten Einzug in die DEL-Playoffs konnte sich der EHC Red Bull München zum zweiten Mal für diese Qualifizieren. Der Weg führt dabei über die „1. Playoff-Runde“ in Richtung Viertelfinale, wo die Krefeld Pinguine auf die Entscheidung über den Gegner warten. Diese kleine Serie wird im Modus Best-of-Three gegen Iserlohn ausgetragen. 1.281 Tage nach dem ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften ging es also um (fast) alles am Oberwiesenfeld – bei einer Niederlage stünde das Team um Head Coach Pierre Pagé in Spiel 2 am Mittwochabend gehörig unter Druck. Entsprechendes galt für die Gäste.

Die Partie begann genauso rasant, wie man es sich als Fan dieser schnellen Sportart wünschen kann: Das erste, hart umkämpfte Anspiel ging an die Münchner, die sofort den Angriff suchten und nur nach 45 Sekunden traf Danny Richmond nach Zuspiel von Ryan Duncan ins gegnerische Tor. Der Torhüter der Sauerländer hatte erst die Sicht auf den Puck, als dieser schon hinter ihm lag. Die enttäuschende Kulisse von nur 3.125 Fans musste jedoch schnell erleben, dass mit Iserlohn zu rechnen sein muss: Ein Puckverlust in der gegnerischen Zone von „Matze“ Smaby führte zum Gegenzug und zur ersten gefährlichen Torchance der Gäste, die von Macek auch im zweiten Anlauf verwandelt werden konnte. Die Führung der Münchner war also schon nach zwei Minuten egalisiert. Wer jedoch infolgedessen ein konzentrierteres Defensivverhalten erwartete, wurde enttäuscht: Die Iserlohner hatten Probleme, München früh unter Druck zu setzen und ließen die Spieler des EHC unbedrängt ihr Drittel passieren, wo die Gegenwehr erfolglos und der Goalie hilflos wirkte: Den Abpraller von Jan Urbas konnte Darren Haydar in der 4. Spielminute zur 2:1-Führung verwerten. Infolgedessen beruhigte Sich das Spiel etwas, wobei das Chancenplus eindeutig in München zu Hause war, was die Schuss- und Bully-Statistik belegt. Einzig Tore wurden im ersten Abschnitt nicht mehr erzielt.

Eine verhängnisvolle Nachlässigkeit? Vor allem Überzahlspiele blieben ungenutzt. Als Martin Sertich auf Seiten der Gastmannschaft wegen eines Stockschlags gegen Lewis zwei Minuten pausieren musste, hielt man zwar die Hartgummischeibe lange Zeit in den eigenen Reihen, verpasste jedoch, die Führung aufzubauen. Erik Ersberg, Schlussmann der Roosters, zeigte sich erstarkt. Iserlohn setzte auf Konter; eine Möglichkeit von Wolf blieb jedoch ungenutzt. Der Aufwärtstrend beflügelte jedoch die Roosters, was den Ausgleich zur Konequenz hatte: Robert Raymonds Schuss konnte nicht von Noronen im Kasten der Hausherren festgehalten werden, sodass Collin Danielsmeier sich nur noch mit dem Einnetzen bedanken brauchte. München hatte jedoch keine Mühe, ins Spiel zurückzufinden; 18:7 Schüsse allein im zweiten Drittel bezeugen die insgesamt dominierende Vorstellung. Doch erst in Minute 12 zeigte der EHC genug Effizienz: Der erste – und einzige – Powerplay-Treffer gelang Jan Urbas, nachdem Alex Barta nach Haydar’s Zuspiel aus der Rundung beim ersten Versuch scheiterte – die Scheibe wurde regel(ge)recht „reingekämpft“. Weitere Anstrengungen des Heimteams blieben in Drittel zwei unbelohnt. Auffällig zeigte sich jedoch ihre Disziplin; schafften es die Münchner doch, ohne Strafzeit auszukommen.

Der Puck (grün eingekreist) schlägt in der letzten Sekunde im Gehäuse ein, noch bevor die grüne Signallampe, die das Ablaufen der Zeit signalisiert (rot eingekreist), aufleuchtet. Der Schiri signalisiert sofort: Tor!
Der Puck (grün eingekreist) schlägt in der letzten Sekunde im Gehäuse ein, noch bevor die grüne Signallampe, die das Ablaufen der Zeit signalisiert (rot eingekreist), aufleuchtet. Der Schiri signalisiert sofort: Tor! (Eigene Darstellung aus Bildern der TV-Reportage; mit freundlicher Genehmigung von Servus Hockey Night – DEL)

Im Schlussabschnitt zeigte sich die Fortsetzung des bisher gesehenen: München erarbeitete sich Chancen, während Iserlohn vor allem auf Konter setzte und teilweise in der Verteidigung „schwamm“. Die Bayern konzentrierten sich weiter auf ihr Spiel und wurden belohnt: Nachdem die neutrale Zone mühelos durchquert wurde, konnte eine Lücke im Sauerländer Defensivverhalten ausgemacht werden, die Duncan ausmachte und Richmond mustergültig bediente – 4:2! Die Entscheidung? Mitnichten! Bei angezeigter Strafe gegen München erzielte – nach schönem Zuspiel von Lasse Kopitz – Brooks Macek sein zweites Tor mit der Rückhand und damit den 4:3-Anschlusstreffer. Die Iserlohner witterten ihre Chance erneut, nahmen in der letzten Spielminute gar den Torhüter zugunsten eines weiteren Stürmers vom Eis. Als Barta jedoch wenige Seekunden vor Schluss an die Scheibe gelangte, machte dieser alles klar: Der Schlenzer landete in der Schlusssekunde zum 5:3 im gegnerischen Gehäuse.

Der EHC Red Bull München gewinnt damit sein erstes DEL-Playoff-Spiel, legt damit in der Serie 1:0 vor und bestreitet bereits am kommenden Mittwoch das zweite, vielleicht entscheidende Spiel. Radio Oberwiesenfeld überträgt live von der Partie. Für alle Fans, die die Mannschaft in Iserlohn unterstützen möchten, hält der EHC ein Kartenkontingent für das Spiel zurück.

Foto: Hockey Moments

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